
Die Physiologie des menschlichen Gangbildes ist wegen der aufrechten Haltung komplex. Voraussetzung für ein normales Gang- und Laufbild sind ein gesunder Bewegungsapparat (Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen) sowie eine funktionierende Steuerung (zentrales motorisches Programm im Rückenmark und Gehirn). Sind Bewegungsapparat und/oder Steuerung des Gangs oder Laufens gestört, so führt dies meistens zu Schmerzen in den Füßen, Fußgelenk, Knie, Hüfte und/oder gar Wirbelsäule. Eine computerisierte Ganganalyse erlaubt eine präzise Auftrennung in einzelne Komponenten und ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.
Ansprechpartner
- Mike Kosel
- Simon Schäfer
Allgemeine Informationen
Insbesondere bei Sportlern kann es durch eine unter Belastung gestörten Lauf zu Überbelastung der Bänder und Sehnen kommen. Typisch ist z.B. das Schmerzsyndrom der Achillessehne (Achillodynie). Mit Hilfe von aktiven, sensomotorischen Einlagen (propriozeptive Einlagen) können diese Probleme grundlegend angegangen werden, da nicht nur wie bei der klassischen Schuheinlage statische Probleme (z.B. Knick-, Senk-, Spreizfuss), sondern auch funktionelle Störungen (Gelenkstellung, Muskelspannung, Balance) beeinflusst und korrigiert werden.

Bei aktiven Schuheinlagen werden an bestimmten Punkten der Einlage kleine Erhebungen (Druckpunkte) eingearbeitet. Trotzdem können aktive Einlagen in jedem normalen Schuh und Sportschuh getragen werden. Die Druckpunkte üben lokal einen bestimmten Druck auf die Fußsohle aus. Die Anzahl und Lage der Druckpunkte, deren Größe und Höhe werden entsprechend den Ergebnissen der Ganganalyse festgelegt. Durch dieses Druckmuster erhält die Fußsohle bei jedem Schritt korrigierende Informationen, die der Träger nicht bewusst wahrnimmt, aber über den spinalen Reflexbogen zu einer Korrektur des Gangbildes führt.
Durch Impulse der propriorezeptiven Schuheinlagen werden Gelenkstellung, Muskelspannung und die Körperbalance verändert. Der Fuß wird bei den aktiven Einlagen also nicht nur statisch sondern auch dynamisch gestützt. Dadurch werden muskuläre Dysbalancen harmonisiert und Bewegungsabläufe optimiert. Die Korrektur der Muskelspannung wirkt durch die Muskelketten auf den gesamten Haltungsapparat. Muskuläre Ungleichgewichte werden beeinflusst, Gelenke, Bänder, Sehnen, Muskeln und die Wirbelsäule werden durch aktive Schuheinlagen entlastet.
Die Indikation zur computerisierten Ganganalyse stellt der Orthopäde oder Podologe nach eingehender klinischer Untersuchung. Aktive Schuheinlagen werden auf Rezept des behandelnden Arztes gefertigt und die Kosten werden in der Regel von allen Privatversicherungen getragen.
Mehr Information zu diesem Thema finden Sie auch unter Krankheiten und Symptome.


