Glaukom, Grüner Star

Kompetenzzentrum für Augenheilkunde, Ophthalmologie, informiert: Glaukom (Grüner Star)

Definition Glaukom (Grüner Star)

Fachärzte für Augenheilkunde (Ophthalmologie) unterscheiden zwischen:

  • Primärem Glaukom
  • Sekundärem Glaukom

Ein primäres Glaukom tritt spontan auf, während das sekundäre Glaukom nach einer Verletzung des Auges oder nach einer anderen Erkrankung vom Augen-Arzt festgestellt wird.

Der grüne Star ist eine chronisch fortschreitende Augenerkrankung. Sie verläuft schleichend und ist in den meisten Fällen völlig schmerzfrei. Im fortgeschrittenen Stadium führt sie zu einer deutlichen Sehverschlechterung, im schlimmsten Fall sogar zur völligen Erblindung.

Beim grünen Star sterben die Sehnervenfasern und die Netzhaut durch einen zu hohen Augeninnendruck oder eine unzureichende Blutversorgung allmählich ab. Die Sehnervenfasern und die Netzhaut haben die Aufgabe, die Seheindrücke zu bündeln und an das Sehzentrum im Gehirn weiterzuleiten. Bei Patienten mit grünem Star funktioniert das nur noch unzureichend. Das Bild, das von der Netzhaut aufgenommen wird, gelangt nur unvollständig zum Sehzentrum. Das Gesichtsfeld verengt sich zunehmend, bis nur noch ein kleiner Ausschnitt bleibt.

Wird der grüner Star nicht erkannt und vom Augen-Arzt nicht behandelt, droht eine völlige Erblindung. Deshalb sind die Früherkennung und die Augeninnendruckmessung als Teil der Vorsorgeuntersuchung besonders wichtig.

Weltweit ist das Glaukom in den Industrienationen und den so genannten Entwicklungsländern die zweithäufigste Ursache für eine Erblindung. Schätzungen gehen davon aus, dass es im Jahr 2020 etwa 11,2 Glaukom-Blinde geben wird sowie knapp 80 Millionen Erkrankte. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit, dass der Facharzt für Augenheilkunde die Erkrankung diagnostiziert.

Synonyme und artverwandte Begriffe

Synonyme: Augapfelhypertonie, Anfallsglaukom, Aphakie-Glaukom, Augenhypertension
Englisch: glaucoma

Überblick

Ein Glaukom entsteht durch Verklebung und erhöhten AugeninnendruckDas Auge ist ein kompliziertes Organ. Um seine Form und seine Sehfunktion zu erhalten, ist ein bestimmter Innendruck notwendig. Dazu muss ein Gleichgewicht zwischen dem produzierten und abfließenden Kammerwasser bestehen. Das Kammerwasser strömt vor der Linse und liefert für sie und die Hornhaut wichtige Nährstoffe.

Ab dem 40. Lebensjahr wird der Abfluss oft zunehmend behindert. Dadurch steigt der Augeninnendruck und schädigt den Sehnerv. Auch Entzündungen oder Durchblutungsstörungen des Auges führen in seltenen Fällen zum Anstieg des Augeninnendrucks.

Ein Glaukom entwickelt sich meistens über einen längeren Zeitraum. Weil die Erkrankung zunächst keine Beschwerden verursacht, suchen Betroffene erst spät einen Facharzt für Augenheilkunde (Ophthalmologie) auf. Häufig ist die Erkrankung dann bereits fortgeschritten und der Sehnerv irreparabel geschädigt.

Die Sehminderung kann dazu führen, dass das Gesichtsfeld bogenförmig von außen immer mehr eingeengt wird. Betroffene haben Probleme, sich in der Umgebung oder im Straßenverkehr zu orientieren.

Obwohl es in Deutschland kein nationales Blindenregister gibt und nur Daten für einzelne Bundesländer vorliegen, gehen Schätzungen davon aus, dass aufgrund des demografischen Wandels die Zahl der jährlichen Neuerblindungen bis zum Jahr 2030 um etwa 25 Prozent steigen wird, von derzeit 10.000 auf 12.500. Jede vierte Neuerblindung ist auf den grünen Star zurückzuführen.
Fachärzte für Augenheilkunde (Ophthalmologie) unterscheiden beim Glaukom verschiedene Formen. Etwa 90 Prozent der Erkrankungen machen das Offenwinkelglaukom und das Normaldruckglaukom aus. Eine besondere Form ist das akute Winkelblock-Glaukom. Dabei treten starke Schmerzen auf. Betroffene können schlechter sehen, und das Auge ist gerötet. Begleitsymptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In diesem Fall muss der Augen-Arzt sofort mit der Behandlung (Therapie) beginnen, um eine Erblindung zu verhindern.

Ursachen des Grünen Stars

Der erhöhte Augeninnendruck ist die häufigste Ursache des Glaukoms. Eine unzureichende Blutversorgung des Auges kann ebenfalls dazu führen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit, dass der Augen-Arzt einen grünen Star diagnostiziert.

Die Krankheit wird jedoch auch vererbt. Deshalb tritt das Glaukom bereits bei Babys auf. Gewebe, das noch aus der frühen Kindesentwicklung im Mutterleib stammt, behindert den Abfluss des Kammerwassers im Kammerwinkel. Sehr große und auffallend schöne Augen beim Neugeborenen können auf die Erkrankung hindeuten. Sie sollten dann unbedingt einen Facharzt für Augenheilkunde (Ophthalmologie) aufsuchen.

Was Sie bei Glaukom (Grüner Star) selbst tun können?

Falls Sie rauchen und bei Ihnen bereits Gesichtsfeldausfälle aufgetreten sind, sollten Sie jede Form des Nikotin-Genusses aufgegeben. Wer an Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen leidet, sollte diese Erkrankungen konsequent behandeln lassen, denn sie können die Durchblutung des Auges verschlechtern und damit den Sehnerv schädigen.

Ein erhöhter Augeninnendruck muss nicht zwangsläufig zur Schädigung des Sehnervs führen (okuläre Hypertension). Allerdings sind regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Augen-Arzt ratsam, um zu verhindern, dass ein Glaukom entsteht.

Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Symptomatik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem Arzt eine weitere detaillierte Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • Augen-Ärzte (Ophthalmologen)

Was Sie bei Ihrem Arzt für Augenheilkunde (Ophthalmologie) erwartet?

Bevor Ihr Arzt für Augenheilkunde mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle
  • Litten Sie schon einmal daran und sind diese Anzeichen familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten und werden diese therapiert?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stresszuständen im Alltag?

Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

Ihr Facharzt für Augenheilkunde (Ophthalmologie) benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Augen-Arzt eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen. Eine Vorlage für die Übersicht finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den Augen-Arzt

Der Facharzt für Augenheilkunde kann verschieden Untersuchungsmethoden anwendenAusgehend von der in der vorangegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und dem aktuellen Befinden kann der Facharzt für Augenheilkunde (Ophthalmologie) nun folgende Diagnostik anwenden:

  • Augeninnendruckmessung (Tonometrie)
  • Sehnerv-Untersuchung
  • Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
  • Laser Scanning Tomographie

Behandlungen (Therapie)

Das Ziel der Behandlung (Therapie) ist, das verbliebene Sehvermögen zu erhalten. Den meisten Patienten kann der Facharzt für Augenheilkunde (Ophthalmologie) mit der Gabe von Augentropfen (Antiglaukomatosa) helfen. Sie senken den Augeninnendruck und verbessern die Durchblutung des Auges.

Sollte die medikamentöse Behandlung (Therapie) des Augen-Arztes nicht zum gewünschten Ziel führen, erfolgt eine Laserbehandlung oder eine Operation. Je nach Art des Glaukoms (grüner Star) und nach Stadium der Erkrankung kommen verschiedene Techniken infrage. Am häufigsten wenden Fachärzte für Augenheilkunde

  • die Lasertrabekuloplastik (LTP)
  • die kontrollierte Zyklophotokoagulation (Coco)
  • die fistulierende Operation (Goniotrepanation)

Bei allen Eingriffen ist von einer längeren Heilungsphase auszugehen. Der Erfolg kann vom Augen-Arzt häufig erst nach einigen Wochen beurteilt werden.

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Die Früherkennung ist wichtig und bewahrt vor ErblindenDie Früherkennung ist bei dieser Erkrankung besonders wichtig. Schäden am Sehnerv sind nämlich irreparabel. Deshalb sollten Menschen, die über 40 Jahre alt sind, mindestens einmal im Jahr zur Vorsorge zu Ihrem Augen-Arzt gehen. Ist in Ihrer Familie die Erkrankung bereits aufgetreten, sind Sie kurzsichtig, Diabetiker oder leiden Sie an Bluthochdruck, empfiehlt es sich, bereits vor dem 40. Lebensjahr zur Vorsorge zu gehen.

Eine spezielle Lebensweise, um einem Glaukom vorzubeugen, gibt es nicht.

Prognose

Der grüner Star ist nicht heilbar. Die Behandlung (Therapie) durch den Facharzt für Augenheilkunde (Ophthalmologie) kann nur bewahren, was an Sehvermögen noch vorhanden ist. Wenn der Sehnerv bereits durch ein Glaukom geschädigt und eine Einbuße beim Gesichtsfeld eingetreten ist, lässt sich dieser Schaden – bis auf wenige Ausnahmen – nicht wieder rückgängig machen.

© CHHG