Kehlkopfentzündung – Laryngitis

Kompetenzzentrum für HNO Berlin informiert: Kehlkopfentzündung – Laryngitis

Definition Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

HNO-Arzt untersucht Patientin auf Laryngitis

Der Facharzt für Hals-Nasen-Ohren (HNO) unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut. Ausgelöst wird die Erkrankung meistens durch Viren, seltener durch Bakterien. Die akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis acuta) entwickelt sich häufig, wenn Infekte der Nase und des Rachens vorliegen. Dagegen kommt die chronische Kehlkopfentzündung (Laryngitis chronica) vor allem bei Personen vor, die ihre Stimme stark belasten (z.B. Sänger, Schauspieler, Lehrer, Dozenten) oder häufig schädlichen Einflüssen aus der Umwelt ausgesetzt sind, z.B. Tabak- und Zigarettenrauch, Feinstaub oder Dämpfen von Chemikalien.

Eine Kehlkopfentzündung macht sich zunächst durch Husten, Heiserkeit oder ständiges Räuspern bemerkbar. Viele Patienten haben zudem das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben. Bei schweren Fällen kommt es zur Atemnot, weil die Stimmlippen geschwollen sind. Davon sind Kinder häufiger betroffen als Erwachsene. In diesen Fällen ist eine stationäre Überwachung ratsam, bis die Schwellung wieder abgeklungen ist und die Kinder wieder frei atmen können. In der Regel verläuft eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ohne Komplikationen.

Die Erkrankung sollte unbedingt von einem HNO-Arzt behandelt werden. Eine akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis acuta) kann ansonsten in eine chronische übergehen. Bei etwa jedem fünften bis zehnten Patienten mit chronischer Kehlkopfentzündung kommt es zu einer so genannten Entartung der Schleimhautzellen, die sich zum Kehlkopfkrebs entwickeln kann. Wird die Kehlkopfentzündung (Laryngitis) nicht konsequent behandelt, besteht außerdem die Gefahr einer funktionellen Stimmstörung (Dysphonia functionalis).

Synonyme und artverwandte Begriffe

Entzündung des Kehlkopfes, Virus-Laryngitis, bakterielle Laryngitis, Entzündung der Kehlkopfschleimhaut
Englisch: laryngitis

Überblick Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

Mit den Resonanzräumen Nase, Lunge und Mund ist der Kehlkopf (Larynx) für die Regulation der Atmung, für die Stimmbildung und für die Trennung der Atem- und Speisewege verantwortlich. Der Kehlkopf besteht aus verschiedenen Knorpelteilen. Zwischen den oberen Atemwegen (Nase, Mund- und Rauchenraum) und den unteren Atemwegen (Brustraum) bildet der Kehlkopf quasi die Grenze.

Als Kehlkopfentzündung (Laryngitis) bezeichnet der HNO-Arzt eine akute oder länger anhaltende (chronische) Entzündung der Kehlkopfschleimhaut. Eine akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis acuta) diagnostiziert der HNO-Arzt häufig in Verbindung mit Erkältungskrankheiten. Vom Nasen- und Rachenraum breitet sich der Infekt auf den tiefer gelegenen Kehlkopf aus. Dort führt er zur Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Betroffen ist meistens nur ein Teil des Kehlkopfes, z.B. die Stimmlippen. Die Entzündung kann sich aber auf die gesamte Kehlkopfschleimhaut ausbreiten. Leiden Sie unter Atemnot, Schleimauswurf (grün oder blutig) oder hohem Fieber, sollten Sie sofort einen HNO-Arzt aufsuchen.

Ursachen der Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

Der HNO-Arzt wird individuell klären, welche Ursachen die Kehlkopfentzündung (Laryngitis) hat. Meistens lösen Viren, seltener Bakterien, eine akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis acuta) aus. Menschen, die ihre Stimmbänder chronisch überbelasten oder deren Schleimhäute ständig durch Tabakrauch, Chemikalien oder Gase gereizt werden, leiden meist an einer chronischen Kehlkopfentzündung (Laryngitis chronica). Auch heiße, trockene und kalte Luft kann die Erkrankung verursachen. Außerdem sind hoher Alkoholkonsum und Allergien Risikofaktoren für eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Infektionen der unteren Atemwege, z.B. eine Bronchitis, können aufsteigen und die Erkrankung ebenfalls auslösen. Es wird vermutet, dass auch der Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (Refluxkrankheit) eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) bedingen kann.

Was Sie bei einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) selbst tun können

Der HNO-Arzt empfiehlt Patienten, die unter einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) leiden, ihre Stimme zu schonen, also möglichst wenig oder gar nicht zu sprechen und zu singen. Wer raucht, sollte sofort damit aufhören. Außerdem bieten sich Dampfbäder mit Salz-, Salbei- oder Kamillezusätzen an und spezielle Präparate zum Inhalieren. Linderung bieten auch Lutschbonbons, warme Halsumschläge und warme Getränke. Der HNO-Arzt rät zudem, viel zu trinken, zu schlafen und sich auszuruhen. Patienten, die während Ihrer Arbeit ständig Schadstoffen ausgesetzt sind, die ihre Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ausgelöst haben, sollten möglichst ihren Arbeitsplatz wechseln.

Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Symptomatik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem Arzt eine weitere detaillierte Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • HNO

Was Sie bei Ihrem Arzt für HNO erwartet

Bevor Ihr Facharzt für HNO mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle?
  • Hatten Sie schon einmal einen Hörsturz und ist diese Erkrankung familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten und werden diese therapiert?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stresszuständen im Alltag?

Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

Ihr Facharzt für HNO benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Facharzt HNO eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen. Einen Medikamentenplan zum Ausfüllen finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den HNO-Arzt Berlin

Ausgehend von der in der vorangegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und dem aktuellen Befinden kann der Facharzt für HNO nun folgende Diagnostik anwenden:

  • Komplette Hals-, Nasen- und Rachenuntersuchung
  • Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie)

Behandlungen (Therapie)

Diagnostiziert der HNO-Arzt eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis), bieten sich eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten an. Eine akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis) lässt sich meistens mit einfachen Mitteln behandeln. Dazu gehören die Stimmschonung, Dampfbäder, das Inhalieren, schleimlösende und entzündungshemmende Medikamente. Sind Bakterien die Ursache der Erkrankung, wird der HNO-Arzt ein Antibiotikum verordnen. Patienten, die unter Atemnot leiden, erhalten vom HNO-Arzt Kortison verabreicht, damit die Kehlkopfschleimhaut wieder abschwillt und die Patienten besser Luft bekommen.

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Um einer akuten Kehlkopfentzündung (Laryngitis acuta) vorzubeugen, die häufig zusammen mit Erkältungskrankheiten auftritt, ist es wichtig, das Immunsystem zu stärken, sich gesund zu ernähren und viel zu bewegen. Damit es zu keiner chronischen Kehlkopfentzündung (Laryngitis chronica) kommt, sollten Sie sich möglichst wenig in stark rauch- oder staubhaltigen Räumen aufhalten. Sind Sie jedoch in Ihrem Beruf häufig solchen Schadstoffen ausgesetzt, empfiehlt der HNO-Arzt, unbedingt eine Schutzmaske zu tragen. Da Rauchen zu den Risikofaktoren gehört, ist es ratsam, damit aufzuhören. Diejenigen, die Ihre Stimme stark beanspruchen, z. B. Lehrer, Schauspieler oder Sänger, können mit der richtigen Stimmtechnik einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) vorbeugen.

Prognose

Eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) kann vom HNO-Arzt gut behandelt werden und verursacht in der Regel keine Folgeschäden. Nach einigen Tagen ist die Erkrankung meist abgeklungen und die Patienten können wieder sprechen. In sehr seltenen Fällen entwickeln sich bakterielle Folgeerkrankungen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen. Eine chronische Kehlkopfentzündung kann nur erfolgreich behandelt werden, wenn der Patient die Ursache der Erkrankung behebt, z.B. mit dem Rauchen aufhört.

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