Furunkel, Karbunkel

Kompetenzzentrum für Dermatologie – Haut- und Geschlechtskrankheiten informiert: Furunkel, Karbunkel

Der Dermatologe spricht von Furunkel, wenn sich ein Haarfollikel und das umliegende Gewebe entzündet

Fachärzte für Dermatologie sprechen von einem Furunkel, wenn sich ein Haarfollikel (Haarbalg) und das umgebende Gewebe entzündet haben. Übeltäter ist in den meisten Fällen das Bakterium Staphylococcus aureus. Greift die Infektion auch auf andere Haare über, so dass sich mehrere Furunkel miteinander vereinen, bezeichnet der Dermatologe das als Karbunkel. Dann ist ein größeres Hautareal betroffen.

Damit ein Furunkel entsteht, müssen die Bakterien tief in den Haarfollikel vordringen und auch das umliegende Gewebe infizieren. Es stirbt dann ab (Nekrose), Eiterbeulen bilden sich. Ein Furunkel ist etwa 0,5 bis 2 Zentimeter groß.

Der Erreger, das Bakterium Staphylococcus aureus, ist ein natürlicher Bewohner der Haut. Bei kleineren Verletzungen können die Bakterien in die Haarwurzel gelangen. Der Körper reagiert darauf mit einer Entzündung, die durch eine rote und geschwollene Erhebung zu erkennen ist.

Furunkel und Karbunkel stellt der Facharzt für Dermatologie überall am Körper fest, wo sich Haare befinden. Meistens treten sie jedoch im Gesicht, in den Achselhöhlen und am Gesäß auf. Sie kommen aber auch an der Oberlippe, in der Nase oder an den Genitalien vor, sind äußerst schmerzhaft und störend. Nach der Heilung bleiben oft Narben zurück.

Manchmal entleert sich ein Furunkel von selbst und heilt ab ohne dass sich Narben bilden. Damit sich die Bakterien nicht weiter im Gewebe verbreiten, ist es jedoch empfehlenswert, dass der Dermatologe ein Furunkel chirurgisch entfernt. Dabei öffnet er das Furunkel mit einem Skalpell, damit der Eiter abfließen kann. Bis zur vollständigen Heilung wird die Wunde jeden Tag mit einer desinfizierenden Lösung behandelt.

Treten Furunkel immer wieder auf, spricht der Facharzt für Dermatologie von einer Furunkulose. Bei vielen den Betroffenen ist die Immunabwehr geschwächt.

Synonyme und artverwandte Begriffe

Synonyme: Furunkulose, furunculus, Haarwurzelentzündung
Englisch: boils, carbuncle

Überblick

Ein Furunkel entwickelt sich aus einer zunächst oberflächlichen Entzündung des Haarfollikels (Haarbalgs). Der Dermatologe erkennt die Erkrankung an der kleinen, rot umrandeten Pustel, die mit weiß-gelblicher Flüssigkeit gefüllt ist. In der Mitte ist meistens ein Haar zu sehen.

Die Entzündung kann schnell auf das umgebende Gewebe übergreifen, häufig auch auf benachbarte Haarfollikel (Haarbälge). Dann entsteht ein Karbunkel.

Durch die Infektion stirbt das Hautgewebe im Inneren des Furunkels ab (Nekrose), es bildet sich immer mehr Eiter. In kurzer Zeit wird der Furunkel immer größer. Gelangt der Erreger in die Blutbahn, kann es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

Furunkel und Karbunkel stellt der Dermatologe überall am Körper fest, wo die Haut behaart ist. Besonders gefährlich können sie im Gesicht werden und zu einer Erkrankung der Augenhöhle (Orbitaphlegmone) führen. Gelangen die Erreger über Venenverbindungen ins Schädelinnere, können sie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine lebensbedrohliche Hirnvenenthrombose verursachen.

Karbunkel stellt der Dermatologe besonders häufig in der Nackenregion fest. Typische Symptome des Furunkels sind:

  • Schmerzen
  • Schwellungen
  • Rötungen

Darüber hinaus kann es zu Fieber und einer Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen kommen.

Ursachen der Furunkel, Karbunkel

Als Ursache eines Furunkels und eines Karbunkels macht der Dermatologe eine bakterielle Entzündung eines Haarfollikels (Haarbalgs) aus. In den meisten Fällen ist das Bakterium Staphylococcus aureus für die Infektion verantwortlich.

Außerdem können Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Furunkel und Karbunkel begünstigen. Deshalb ist es wichtig, dass der Facharzt für Dermatologie bei der Diagnose den Blutzucker bestimmt.

Auch zu enge Kleidung, die auf der Haut scheuert, führt dazu, dass sich Furunkel oder Karbunkel bilden. Außerdem kann sich die Haarwurzel entzünden, wenn die Haut nach einer Rasur unzureichend desinfiziert wird.

Als weitere Ursachen macht der Facharzt für Dermatologie bestimmte Medikamente (z.B. Kortison) aus, schlechte hygienische Verhältnisse und andere Hauterkrankungen, z.B. Ekzeme und Neurodermitis.

Was Sie bei Furunkeln, Karbunkeln selbst tun können?

Wenn sich ein Haarfollikel (Haarbalg) entzündet und sich ein Furunkel oder Karbunkel gebildet hat, sollten Sie den Eiterbeutel keinesfalls ausdrücken. Fachärzte für Dermatologie weisen darauf hin, dass sich die Entzündung dadurch verschlimmern kann, so dass später größere Narben zu sehen sind.

Suchen Sie stattdessen einen Facharzt für Dermatologie auf. Er wird Ihnen desinfizierende Salben verschreiben. Auch warme Kompressen sind hilfreich. In manchen Fällen ist es erforderlich, dass der Dermatologe zusätzlich Antibiotika einsetzt.

Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Symptomatik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem Arzt eine weitere detaillierte Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • Dermatologen
  • Venerologen

Was Sie bei Ihrem Arzt für Dermatologie erwartet?

Bevor Ihr Arzt für Dermatologie mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle
  • Litten Sie schon einmal daran und sind diese Anzeichen familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten und werden diese therapiert?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stresszuständen im Alltag?

Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

Ihr Facharzt für Dermatologie benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Hautarzt eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen. Eine Vorlage für die Übersicht finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den Dermatologen

Ausgehend von der in der vorangegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und dem aktuellen Befinden kann der Facharzt für Dermatologie nun folgende Diagnostik anwenden:

  • Abstrich
  • Blutuntersuchung
  • Labormedizinische Untersuchung

Behandlungen (Therapie)

Droht eine Infektion muss mit Antibiotika behandelt werdenDie Behandlung (Therapie) durch den Facharzt für Dermatologie richtet sich danach, wie schwer die Entzündung ist und in welcher Körperregion sie sich befindet.

Zunächst desinfiziert der Dermatologe die betroffene Hautpartie. Auch Rotlicht und warme Kompressen können sinnvoll sein. Sie führen dazu, dass sich ein Furunkel von selbst entleert und abheilt.

Droht eine Verbreitung der Erreger über das Blut- oder Lymphsystem, wird der Dermatologe eine Behandlung (Therapie) mit Antibiotika (Penicillin) durchführen.

Voll ausgereifte Furunkel öffnet er durch einen chirurgischen Eingriff. Zur weiteren Behandlung (Therapie) gehört eine regelmäßige Wundreinigung, eventuell auch die Verwendung von antiseptischen oder antibiotischen Medikamenten (Topika).

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Damit Furunkel und Karbunkel nicht wieder auftreten, ist es wichtig, die Ursache zu kennen, die eine Entstehung begünstigen. Liegt eine Schwächung des Immunsystems vor, wird der Facharzt für Dermatologie die körpereigene Abwehr des Patienten stärken, um die Häufigkeit der Rückfälle (Rezidive) zu reduzieren.

Wer dazu neigt, Furunkel oder Karbunkel zu bilden, sollte regelmäßig die Hände waschen und auf eine gute Körperhygiene achten, damit die Keime aus einem aufgeplatzten Furunkel oder Karbunkel nicht auf andere Körperregionen oder Kontaktpersonen übertragen werden. Die Hygiene bietet zwar keinen absoluten, aber doch einen gewissen Schutz. Außerdem sollten Sie nicht mit den Fingern auf Furunkel oder Karbunkel drücken. Fachärzte für Dermatologie empfehlen zudem, keine Kleidung zu tragen, die sehr eng am Körper anliegt.

Prognose

Furunkel und Karbunkel verlaufen in der Regel unkompliziert. Sie können aber auch schwere Erkrankungen der Augenhöhlen und des Gehirns verursachen. Deshalb ist es wichtig, einen Facharzt für Dermatologie aufzusuchen.

© CHHG