Borreliose, Lyme-Borreliose

Kompetenzzentrum für Infektionskrankheiten informiert: Borreliose (Lyme-Borreliose)

Bei Gefahr von Zecken ist Schutz durch geeignete Kleidung am WirkungsvollstenDefinition Borreliose (Lyme-Borreliose)

Fachärzte für Infektiologie unterscheiden verschiedene Arten von Bakterien, die eine Borreliose (Lyme-Borreliose) auslösen können:

  • Borrelia burgdorferi
  • Borrelia afzelii
  • Borrelia garinii
  • Borrelia spielmanii

Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine sehr tückische Infektionskrankheit, die jedes Organ befallen kann, die Haut und das Herz, aber auch das Nervensystem und die Gelenke. Wird sie von Fachärzten für Infektiologie nicht behandelt, kann sie zu schweren Schäden im Nervensystem und in den Gelenken führen. Sind die Nerven befallen, sprechen Neurologen von einer Neuroborreliose. Zu den möglichen Symptomen zählen Neurologen Kopfschmerzen, Lähmungen, Gefühlsstörungen und Gesichtslähmungen (Fazialisparese).

Borreliose (Lyme-Borreliose) verläuft in drei verschiedenen Stadien, die sich über Monate oder Jahre hinziehen können.

Sie beginnt meistens mit einer Hautrötung, dann können Fieber, Gelenk- und Kopfschmerzen auftreten. Wird die Borreliose (Lyme-Borreliose) vom Facharzt für Infektiologie nicht behandelt, kann sie chronisch werden.

Borreliose (Lyme-Borreliose) wird meistens von Zecken auf den Menschen übertragen, die mit Bakterien, den so genannten Borrelien, infiziert sind. In seltenen Fällen kann Borreliose (Lyme-Borreliose) auch durch andere blutsaugende Insekten wie Stechmücken, Flöhe, Fliegen oder Pferdebremsen ausgelöst werden. Die Erreger der Erkrankung wurden vor etwa dreißig Jahren in der amerikanischen Kleinstadt Lyme entdeckt. Deshalb wird sie von Fachärzten für Infektiologie auch Lyme-Borreliose genannt.

Der Stich der Zecke ist schmerzlos und wird deshalb nicht bemerkt. Wenn der Parasit mit seiner Blutmahlzeit beginnt, verlassen die Bakterien, die Borrelien, den Darm der Zecke und gelangen über die Speicheldrüsen in die Wunde des Opfers. Erst nach einigen Stunden Saugzeit gelangen die Borrelien in den menschlichen Kreislauf. Fachärzte für Infektiologie weisen deshalb darauf hin, dass eine frühzeitige Entfernung der Zecke das Risiko einer Ansteckung vermindert. Nach einer Übertragung gelingt es dem menschlichen Immunsystem oft, die Bakterien auszuschalten. Schätzungen gehen davon aus, dass auf etwa 100 Zeckenstiche eine richtige Erkrankung mit Symptomen kommt.

Wenn das Immunsystem des Menschen die Eindringlinge erkennt, reagiert es mit einer Entzündungsreaktion. Die Haut rötet sich meist einige Tage nach dem Stich der infizierten Zecke. Da sich die Borrelien kreisförmig ausbreiten, wandert die Rötung mit ihnen. Fachärzte für Infektiologie sprechen von Wanderröte (Erythema chronicum migrans). Ein wesentliches Problem der Borreliose (Lyme-Borreliose) sind jedoch die vielfältigen Erscheinungsformen. Sie erschweren die Diagnose des Facharztes für Infektiologie. Nicht bei allen Patienten kommt es nach dem Stich einer mit Borrelien infizierten Zecke zu Hautrötungen. Wenn sich die Bakterien im ganzen Körper ausgebreitet haben, können sie verschiedene Beschwerden verursachen. Neurologen stellen auch Entzündungen des Rückenmarks, des Gehirns, der Gelenke, des Herzens, der Augen und anderer Organe fest. Betroffene klagen über Schmerzen in den Gelenken, Blasenstörungen oder spastischen Gangstörungen. Die Borreliose (Lyme-Borreliose) ist nicht mit der Meningo-Enzephalitis zu verwechseln, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird und eine Hirnhaut- oder Hirnentzündung auslösen kann.

Synonyme und artverwandte Begriffe

Synonyme: Erythema migrans, Neuroborreliose, Lyme-Krankheit, Zeckenborreliose
Englisch: borreliosis, Lyme disease

Überblick

Der Infektiologe empfiehlt Zecken möglichst rasch zu entfernenSchätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland jedes Jahr zwischen 50.000 und 100.000 Menschen an einer Borreliose (Lyme-Borreliose) erkranken. Da sie von Fachärzten für Infektiologie und von Neurologen nicht gemeldet werden muss, liegen keine genauen Angaben vor. Besonders betroffen sind Kinder zwischen fünf und neun Jahren sowie Erwachsene zwischen 60 und 64 Jahren. Vermutlich, weil sie sich viel im Freien aufhalten. Wenn bei Ihrem Kind nach einem Zeckenbefall Fieber-, Kopf- und Muskelschmerzen auftreten, sollten Sie auf jeden Fall einen Facharzt für Infektiologie oder einen Kinderarzt aufsuchen.

Borreliose (Lyme-Borreliose) wird meistens von Zecken beim Saugvorgang auf den Menschen übertragen. Zecken sind auf der ganzen Welt verbreitet. Auch in Deutschland kommen sie in allen Regionen vor. In der Mitte und im Süden des Landes sind jedoch mehr Zecken mit Borrelien infiziert. Fachärzte für Infektiologie weisen darauf hin, dass in der warmen Jahreszeit zwischen April und Oktober die Ansteckungsgefahr besonders groß ist. Bevorzugte Körperstellen der Zecken sind die Achseln, Ohren, der Rumpf und der Genitalbereich.

Wenn sich eine Zecke festgesaugt hat, kann sie mit einer speziellen Pinzette, die L-förmig gebogen ist, entfernt werden. Dabei wird sie am Kopfbereich gefasst und langsam ohne Drehen herausgezogen. Fachärzte für Infektiologie raten dringend davon ab, Öl, Klebstoff oder ähnliches zu verwenden, um die Zecke zu entfernen. Denn das könnte dazu führen, dass sie in Panik gerät und ihren Mageninhalt, in dem die Bakterien enthalten sind, in die Haut des Menschen erbricht und somit eine Infektion auslöst. Nachdem die Zecke entfernt ist, sollten Sie die Wunde sorgfältig desinfizieren.

Ursachen der Borreliose (Lyme-Borreliose)

Borreliose (Lyme-Borreliose) wird meist durch einen Zeckenstich übertragen. In Europa gilt der so genannte Holzbock bei Fachärzten für Infektiologie als Hauptüberträger. Die Zecke kann den Menschen nur anstecken, wenn sie selbst mit dem Bakterium, so genannten Borrelien, infiziert ist. Beim Spaziergang oder beim Spielen im Wald und auf der Wiese können Zecken abgestreift werden, die auf Farnen, Gras, Gestrüpp oder Büschen sitzen. Gelangt die Zecke auf die Haut oder die Kleidung, kriecht sie zu warmen, weichen und dünnhäutigen Stellen unseres Körpers. Dort ritzt sie die Haut ein und bohrt sich mit einer Art Stachel in die Wunde und saugt sich fest. Fachärzte für Infektiologie weisen darauf hin, dass die Blutmahlzeit bis zu einer Woche dauern kann. Ist die Zecke satt, lässt sie sich einfach fallen. Um sich vor einem Zeckenbefall zu schützen, empfehlen Fachärzte für Infektiologie, die behaarten Körperpartien zu bedecken. Nicht jeder Zeckenstich führt automatisch zu einer Borreliose (Lyme-Borreliose), nicht jede Zecke ist mit dem Bakterium infiziert und nicht jede Infektion führt zu einer Erkrankung.

Was Sie bei Borreliose (Lyme-Borreliose) selbst tun können

Eine schnelle Entfernung der Zecke ist aus Sicht des Facharztes für Infektiologie sehr wichtig, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Erreger der Borreliose (Lyme-Borreliose) zu verringern. Treten bei Ihnen frühe Anzeichen der Erkrankung auf, etwa eine Hautrötung, sollten Sie einen Facharzt für Infektiologie oder einen Neurologen aufsuchen. Menschen, die im Frühjahr und Sommer häufig an der frischen Luft sind, können sich mit einer entsprechenden Kleidung, die behaarte Körperteile bedeckt, vor einem Zeckenbefall schützen. Regionen mit einem erhöhten Zeckenstichrisiko in Deutschland sind auf Übersichtskarten verzeichnet.

Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Symptomatik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem Arzt   eine weitere detaillierte Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • Infektiologen
  • Neurologen
  • Pädiater

Was Sie bei Ihrem Arzt für Infektiologie erwartet?

Bevor Ihr Arzt für Infektiologie mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle
  • Litten Sie schon einmal daran und sind diese Anzeichen familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten und werden diese therapiert?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stresszuständen im Alltag?

Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

Ihr Facharzt für Infektiologie benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Infektiologen eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen. Einen Medikamentenplan zum Ausfüllen finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den Facharzt für Infektiologie

Ausgehend von der in der vorangegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und dem aktuellen Befinden kann der Facharzt für Infektiologie nun folgende Diagnostik anwenden:

  • Gründliche körperliche Untersuchung
  • Serologische Antikörperbestimmung (ELISA- und Western-Blot-Test)
  • Lymphozytentransformationstest (Borreliose-LTT)
  • CD57-Test

Durch Untersuchungen des Blutes und des Gehirnwassers (Liqour) können Neurologen oder Fachärzte für Infektiologie den Verdacht erhärten, ob eine Infektion mit Borrelien vorliegt. Die Diagnose einer Borreliose (Lyme-Borreliose) ist für sie jedoch nicht einfach. In den ersten zwei Wochen nach dem Stich sind Antikörper oft noch nicht nachweisbar.

 

Behandlungen (Therapie)

Je früher der Facharzt für Infektiologie bei einer Borreliose (Lyme-Borreliose) mit der Behandlung (Therapie) beginnt, desto sicherer können spätere Komplikationen oder schwere Krankheitsverläufe verhindert werden. In der Frühphase ist die Gabe von Antibiotika in Form von Tabletten, Saft oder Infusionen durch den Facharzt für Infektiologie am wirksamsten. In der Regel beträgt die Behandlungsdauer zwei Wochen. Zur Kontrolle des Behandlungserfolgs kann der Facharzt für Infektiologie etwa zwei Monate nach Ende der Antibiotika-Behandlung einen Lymphozytentransformationstest auf Borrelien durchführen.

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Gegen Borreliose (Lyme-Borreliose) steht Fachärzten für Infektiologie kein vorbeugender Impfschutz zur Verfügung. Es wird jedoch intensiv daran geforscht. Deshalb sind Maßnahmen zum Schutz vor Zeckenstichen sehr wichtig.

Fachärzte für Infektiologie und Neurologen raten dazu, im Frühjahr und Sommer bei Aufenthalten im Wald oder auf Wiesen darauf zu achten, ob es dort Zecken gibt. Behaarte Hautpartien sollten unbedingt bedeckt werden. Sinnvoll ist auch eine möglichst glatte Kleidung, damit sich Zecken nicht festsetzen können. Nach dem Aufenthalt im Freien, raten Fachärzte für Infektiologie dazu, den Körper gründlich nach Zecken abzusuchen.

Prognose

Die Borreliose (Lyme-Borreliose) heilt in der Regel vollständig und folgenlos aus, wenn sie rechtzeitig vom Facharzt für Infektiologie behandelt wird. Wird die Erkrankung erst festgestellt, wenn sich die Erreger bereits im ganzen Körper verteilt haben, sind größere Schäden nicht auszuschließen. Massive Beeinträchtigungen des Nervensystems können zurückbleiben und sogar zu einer Schwerinvalidität führen. Allerdings stellen Neurologen das sehr selten fest.

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