Ringelröteln, Erythema infectiosum

Kompetenzzentrum für Dermatologie und Hauterkrankungen informiert: Ringelröteln (Erythema Infectiosum)

Definition Ringelröteln (Erythema Infectiosum)

Ringelröteln wird durch das Parvovirus hervorgerufenDer Facharzt für Dermatologie zählt Ringelröteln (Erythema Infectiosum) zu den Infektionskrankheiten. Sie werden durch Viren ausgelöst und haben mit Röteln nichts zu tun. Der größte Unterschied ist, dass es gegen Ringelröteln (Erythema Infectiosum) keinen Impfschutz gibt.

Auslöser ist das Parvovirus B19, das nur beim Menschen vorkommt. Häufig werden Ringelröteln (Erythema Infectiosum) nicht bemerkt, weil die Infektion ohne Symptome verläuft oder weil sie an einen leichten grippalen Infekt erinnern.

Nach einer Inkubationszeit von 4 bis 14 Tagen beginnt die Erkrankung mit Fieber, Bauch- und Kopfschmerzen. Danach tritt eine kräftige Rötung der Wangen auf. Ringelröteln (Erythema Infectiosum) sind in der Regel harmlos. Sie werden von Dermatologen vor allem bei Kindern im Alter von 5 bis 15 Jahren diagnostiziert. Aber auch Jugendliche und Erwachsene können Ringelröteln (Erythema Infectiosum) bekommen. Je älter die Erkrankten sind, desto heftiger sind die Symptome. Finger- und Handgelenke, Knie und Fußknöchel können anschwellen oder sich entzünden. Sie sollten dann unbedingt einen Facharzt für Dermatologie aufsuchen. Die Schwellungen und Beschwerden lassen in der Regel nach zwei Wochen nach.

Kritisch sind Ringelröteln (Erythema Infectiosum) in der Schwangerschaft. Besonders zwischen der 13. und 20. Schwangerschaftswoche. Denn der Erreger kann über die Gebärmutter in die Blutbahn des Kindes gelangen und Schaden anrichten. Parvoviren, also die Erreger der Ringelröteln (Erythema Infectiosum), stören vor allem die Bildung der roten Blutkörperchen. Bei dem Ungeborenen kann das zu einer schweren Blutarmut führen. Im schlimmsten Fall erleidet die Frau eine Fehlgeburt.

Darüber hinaus sind Menschen mit andauernder Blutarmut oder mit einer Immunschwäche, z.B. HIV-Infizierte, Leukämie-Kranke, Menschen mit einem transplantierten Organ, gefährdet. Auch ihnen macht der Mangel an roten Blutkörperchen zu schaffen. Wer die Krankheit einmal überstanden hat, ist sein ganzes Leben lang geschützt und kann kein zweites Mal erkranken.

Synonyme und artverwandte Begriffe

Synonyme: fünfte Krankheit

Englisch: fifth disease, slapped cheek syndrome

Überblick

Dermatologen zählen Ringelröteln (Erythema Infectiosum) neben Masern, Windpocken, Röteln und Scharlach zu den klassischen Kinderkrankheiten. Typisch ist ein symmetrischer Ausschlag im Gesicht. Die Wangen sind stark gerötet – wie bei einer kräftigen Backpfeife. Fachärzte für Dermatologie erkennen Ringelröteln (Erythema Infectiosum) außerdem an Flecken, die sich an Rumpf, Armen und Beinen über die Haut ziehen. Manchmal treten auch leichtes Fieber, Schmerzen in den Gelenken und Beschwerden auf, die einer Erkältung ähneln.

Ringelröteln (Erythema infectiosum) sind eine Infektionskrankheit, die durch das Parvovirus B19 hervorgerufen werden. Der Erreger ist auf der ganzen Welt verbreitet und das kleinste bekannte Virus, mit dem sich Menschen infizieren können. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland 40 bis 60 Prozent aller Erwachsenen bereits Ringelröteln (Erythema Infectiosum) hatten.

Am häufigsten werden sie von Dermatologen bei Kindern festgestellt. In Schulen oder Kindergärten kommt es manchmal zu regelrechten Epidemien. Das Ansteckungsrisiko ist dort besonders groß, weil Kinder sich untereinander sehr nahe kommen. Ringelröteln (Erythema Infectiosum) gehören zu den Tröpfcheninfektionen. Kommt jemand mit dem Speichel, den Hustentropfen oder dem Nasenschleim eines kranken Menschen in Berührung, kann er sich anstecken. Manchmal reicht auch ein Händedruck.

Die Ansteckungsgefahr besteht aber nur dann, wenn der Hautausschlag noch nicht aufgetreten ist und der Erkrankte noch nichts von seiner Infektion mit Ringelröteln (Erythema Infectiosum) bemerkt hat. Ringelröteln (Erythema Infectiosum) werden von Dermatologen vor allem in den Winter- und Frühlingsmonaten diagnostiziert.

Ursachen der Ringelröteln (Erythema Infectiosum)

Ringelröteln (Erythema Infectiosum) werden von Mensch zu Mensch übertragen. Beim Niesen, Husten oder Sprechen gelangen die Viren über feine Speichel-Tröpfchen in die Luft und können so auf andere Menschen übertragen werden. Auch über die Hände werden die Viren weitergegeben, wenn ein Erkrankter z.B. in seine Hand niest und danach einem gesunden Menschen die Hand gibt. Die Erreger gelangen über die Hand auf die Schleimhäute von Nase und Mund und führen zu einer Ansteckung.

Schwangere können die Erreger an ihr ungeborenes Kind übertragen. Der Fötus kann dadurch stark gefährdet werden. Ein anderer Übertragungsweg sind Türklinken oder Kinderspielzeug, an denen der Erreger haftet. In sehr seltenen Fällen wird das Virus durch Blutkonserven übertragen, die mit dem Erreger befallen sind.

Was Sie bei Ringelröteln (Erythema Infectiosum) selbst tun können

Zum Schutz vor Ansteckung empfiehlt der Dermatologe regelmäßig die Hände zu waschenDa Ringelröteln über Tröpfchen in der Luft und über die Hände übertragen werden, sollten Sie einfache Hygiene-Maßnahmen beachten. Ist jemand in Ihrem Umfeld erkrankt, können Sie das Übertragungsrisiko senken. Dermatologen empfehlen:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Menschen, die sich angesteckt haben oder haben könnten
  • Niesen und husten Sie nicht in die Hand
  • Fassen Sie mit ungewaschenen Händen nicht ins Gesicht, an Nase, Mund und Augen
  • Benutzen Sie Einmaltaschentücher
  • Lassen Sie sich vor einer Schwangerschaft von einem Dermatologen auf Ringelröteln (Erythema Infectiosum) testen
  • Schwangere, die keinen Immunschutz haben, sollten Einrichtungen nicht betreten, in denen Ringelröteln (Erythema Infectiosum) festgestellt wurden

Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Symptomatik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem Arzt eine weitere detaillierte Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • Dermatologen
  • Pädiater

Was Sie bei Ihrem Arzt für Dermatologie erwartet

Bevor Ihr Arzt für Dermatologie mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle
  • Litten Sie schon einmal daran und sind diese Anzeichen familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten und werden diese therapiert?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stresszuständen im Alltag?

Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

Ihr Facharzt für Dermatologie benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Hautarzt eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen. Eine Vorlage für die Übersicht finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den Dermatologen

Ausgehend von der in der vorangegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und dem aktuellen Befinden kann der Facharzt für Dermatologie nun folgende Diagnostik anwenden:

  • Körperliche Untersuchung
  • Bluttest
  • Nachweis der Antikörper (IgM, IgG)
  • Ultraschalluntersuchung bei Schwangeren

Behandlungen (Therapie)

Ringelröteln (Erythema Infectiosum) klingen in der Regel von selbst ab und müssen vom Facharzt für Dermatologie nicht medikamentös behandelt werden. Bei starkem Juckreiz verschreibt der Dermatologe kühlende und juckreizstillende Salben.

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Im Grunde genommen kann man sich vor Ringelröteln (Erythema Infectiosum) nicht schützen, weil es keinen Impfstoff dagegen gibt. Da die Krankheit zudem nur ansteckend ist, wenn sie noch nicht sichtbar ist, ist es schwierig, den Kontakt mit bereits infizierten Menschen zu vermeiden. Sie können bei Ihrem Facharzt für Dermatologie jedoch testen lassen, ob bei Ihnen eine Ansteckungsgefahr oder eine Immunität besteht. Immun sind all jene, die bereits Ringelröteln (Erythema Infectiosum) hatten. Solch einen Test empfehlen Dermatologen vor allem bei Frauen mit einem Kinderwunsch.

Prognose

Ringelröteln sind in der Regel harmlos und klingen nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Bei Schwangeren kann es allerdings zu Komplikationen und zu einer Schädigung des Fötus kommen.

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