Geschwollene Lymphknoten

geschwollene LymphknotenLymphknoten (Nodi lymphatici) sind im ganzen Körper an Verbindungsstellen von Lymphgefäßen zu finden. Sie dienen als Sammel- und Zwischenstationen der Lymphe und besitzen dadurch eine wichtige Schutzfunktion für das menschliche Immunsystem.

Definition

Lymphknoten helfen dem menschlichen Körper eingedrungene Krankheitserreger und andere Fremdstoffe zu erkennen und zu bekämpfen. Daher können sie auch aus unterschiedlichsten Gründen anschwellen.

Synonyme

  • Schwellung Lymphknoten, Lymphknotenschwellung, Lymphadenopathie, „geschwollene Drüsen“
  • Lymphadenitis, reaktive entzündliche Lymphknotenschwellung (infektiös bedingt)

Überblick

Der Mensch besitzt mehr als 500 Lymphknoten; dabei wird eine Einteilung nach Primär- und Sekundärlymphknoten vorgenommen. Die primären Lymphknoten erhalten jeweils die Lymphe aus ihrem jeweiligen „tributären Gebiet“ (Einzugsgebiet), man bezeichnet sie auch als „regionäre“ Lymphknoten. Diese topografische und funktionelle Gliederung stellt in der Onkologie und Tumorchirurgie eine wichtige Grundlage dar, um bei tumorösen Erkrankungen mögliche Metastasierungsgebiete abgrenzen zu können.

Die Lymphe, das „Gewebswasser“ und Ultrafiltrat des Blutes ist das Abfallbeseitigungssystem des Körpers. Sie stellt das zentrale System zur Reinigung des Körpers von Fremdstoffen wie Bakterien, Viren und viralen Partikeln sowie Keimen aller Art dar. Dieser Vorgang ist ein gesunder Mechanismus des Körpers, er demonstriert die Fähigkeit zur kompetenten Reaktion des Körpers.

Gebiete, in denen die Lymphknoten getastet werden können, sind:

  • in der Leistengegend
  • in der Achselhöhlengegend
  • entlang der Halsgefäße
  • unter dem Unterkiefer und Kinn
  • hinter und unter den Ohren
  • auf der Rückseite des Kopfes

Ursachen

Geschwollene Lymphknoten beschreiben ein Symptom, also einen Hinweis des Körpers, dass systemisch etwas „außer Kontrolle“ geraten ist und der Körper mit seinen Abwehrmechanismen darauf reagieren muss.

Dabei kann die zugrunde liegende Ursache ganz variabel sein:

  • lokale Entzündungsreaktion auf Infektionen, welche durch Bakterien, Viren oder andere verursacht wurden
  • lokale Entzündungsreaktion auf krankhaften Pilzbefall (Candidosen) der Haut und Schleimhäute (Vaginalpilzbefall, Pilzbefall der Eichel)
  • systemische Entzündungsreaktion (z.B. bei grippalen Infekten, Mumps, Masern, Röteln)
  • Allergische Erkrankungen
  • Erkrankungen des Immunsystems, Autoimmunerkrankungen
  • Bestimmte Stoffwechselerkrankungen
  • Bösartige solide Tumoren (Tumore können über das Lymphsystem Lymphknoten befallen)
  • Erkrankungen des lymphatischen Systems (Hodgkin-Lymphom, Non-Hodgkin-Lymphom, Lymphogranulomatose)
  • Akute oder chronische Leukämie (AML, CML)

Hilfe durch den Spezialisten

Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn:

  • die Lymphknoten angeschwollen bleiben oder gar an Größe zunehmen
  • die geschwollenen Lymphknoten nicht wieder innerhalb von 1-2 Wochen an Größe verlieren
  • die Lymphknoten sehr schmerzhaft sind
  • sich das betroffene Gebiet  streifenförmig rötet und stark berührungsempfindlich wird
  • sich die Lymphknoten sehr hart anfühlen oder an einem Ort fest fixiert zu tasten sind
  • sich Fieber oder Nachtschweiß einstellt
  • Sie ohne Ursache an Gewicht verlieren

Was Sie bei Ihrem Arzt erwartet

Bevor Ihr Arzt mit spezifischeren Untersuchungen beginnt, befragt er Sie ausführlich zu den aktuellen und eventuell auch zurückliegenden Beschwerden, sowie zu bereits bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Welches Gebiet ist betroffen?
  • Ist die Schwellung auf beiden Seiten gleich?
  • Wann trat die Schwellung erstmals auf?
  • Seit wie vielen Wochen/ Monaten besteht die Schwellung?
  • Hat die Schwellung plötzlich oder allmählich eingesetzt?
  • Ist die Schwellung seitdem größer geworden?
  • Sind die Lymphknoten tast- und druckempfindlich?
  • Ist die Haut in dem betroffenen Gebiet gerötet?
  • Haben Sie irgendwelche anderen Symptome?

Untersuchungen  (Diagnostik)

Folgende Untersuchung können durchgeführt werden:

  • körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchungen
  • Ultraschalluntersuchungen des/der betroffenen Lymphknoten
  • Ultraschalluntersuchungen der inneren Organe
  • Radiologische Untersuchungen (Röntgen Thorax, CT, MRT)
  • Lymphknotenbiopsie in Lokalanästhesie

Therapie

Die Behandlung von Lymphknotenschwellungen richtet sich immer nach deren Ursache.

Prävention (Vorbeugung)

Eine Vorbeugung ist nicht möglich.

Prognose

Die Prognose ist abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung.

Halten Sie auf jeden Fall Ihr Immunsystem auf Trab – so bleiben Sie gesund. Hier greift der Mechanismus „learning by doing“! Nur durch permanente, leichte Reizung des Immunsystems entwickelt sich ein immer breiteres Abwehrspektrum, welches, ohne dass wir uns krank fühlen, schnell und gezielt eingreifen kann.

Dies erreichen Sie durch eine gesunde Lebensweise und einer vernünftigen Hygiene im häuslichen Bereich. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, Beachtung von Mindesthaltbarkeitsdaten auf Lebensmittelverpackungen und das Abwaschen von Obst und Gemüse vor dem Verzehr.

Auch chronische Stressexposition und Schlafmangel beeinträchtigen eine gesunde Immunfunktion. Achten Sie auf ausreichend Pausen während der Arbeit, einen gesunden Tag-Nacht-Rhythmus und gönnen Sie sich einen freien Tag in der Woche. Nutzen Sie auch die ärztlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen. Ein frühzeitig erkannter Tumor kann mit wesentlich größeren Erfolgsaussichten auf Heilung behandelt werden.

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