Obstipation

Bewegungsmangel, hastige und ungesunde (ballaststoffarme) Ernährung und ungenügende Flüssigkeitszufuhr können zu Verdauungsstörungen führen. Aber auch häufiges, bewusstes Unterdrücken des Stuhlgangs kann zur Entstehung einer Verstopfung beitragen.

Definition

Unter dem Begriff Obstipation versteht man den subjektiven Eindruck nur selten, unter Beschwerden, zu wenig und zu harten Stuhl ausscheiden zu können.

Synonyme

  • Verstopfung, unregelmäßiger Stuhlgang, Darmverstopfung, Darmträgheit
  • Verdauungsstörung, Obstipation, Konstipation, Stuhlverstopfung

Überblick

Bei einer Verstopfung wird der Stuhlgang, welcher zu fest ist, nur durch starkes, oft schmerzhaftes Pressen ermöglicht oder bleibt sogar aus (bis zu 3 Tage und länger). Bei Säuglingen, die noch ausschließlich gestillt werden, kann der Stuhlgang bis zu 7 Tage ausbleiben.

Ursachen

Bei Veränderungen der Lebensumstände wie beispielsweise langem Reisen, Ernährungsumstellungen, übermäßigem Stress oder Bettlägerigkeit ist die Funktion der Verdauung meist vorübergehend gehemmt. Auch in der Schwangerschaft wird die Stuhlentleerung durch das heranwachsende Kind im Mutterleib, sowie hormonelle Veränderungen der Frau, seltener und gelingt manchmal nur unter Beschwerden. Oft kann es auch bei der Einnahme einiger Medikamente (z. B. Hustenmittel, Antidepressiva) zu Verdauungsstörungen kommen. Ernsthafte Erkrankungen wie das Kolonkarzinom (Darmkrebs) oder Darmverengungen (z.B. Darmpolypen) können ebenfalls zu Verstopfung führen.

Was Sie selbst tun können

  • Ernährung

Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung. Gemüse, frische Früchte, getrocknete Früchte, Vollkornbrot, Kleie, Haferflocken, Leinsamen oder Müsli sind hervorragende Quellen für Ballaststoffe. Nehmen Sie mehr Vollkornprodukte in Ihre Nahrungspalette auf. Vermeiden Sie stopfende Nahrungsmittel wie Kakao, schwarzen Tee, Zucker, Kuchen oder Weißbrot.

  • Flüssigkeitszufuhr

Trinken Sie ausreichend Wasser im Tagesverlauf, um den Stuhl geschmeidig zu halten. Falls Ihnen die regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme Probleme bereiten sollte, dann versuchen Sie
sich eine regelmäßige „Trinkgewohnheit“ anzutrainieren.

  • ausreichend Bewegung

Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Darmperistaltik (Darmtätigkeit) zu fördern. Versuchen Sie es doch einmal mit Schwimmen, Spazierengehen, Joggen oder Nordic Walking. Sollten Sie auf einen Rollstuhl angewiesen oder bettlägerig sein, so ist eine regelmäßige Mobilisation, sowie Umlagerung von großer Bedeutung. Diese Maßnahmen können mit Hilfe eines Physiotherapeuten durchgeführt werden. Bei bettlägerigen Patienten kann auch die sogenannte Kolonmassage, ausgeführt durch den Physiotherapeuten, sehr hilfreich sein.

  • Medikamente

Sogenannte Stuhlweichmacher (z.B. Macrogol) können helfen. Abführmittel sind wegen der Gewöhnung des Darmes an diese nicht für die Langzeittherapie geeignet. Einläufe sollten nur schweren Fällen vorbehalten sein.

Hilfe durch den Spezialisten

Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn

  • Sie Blut im Stuhl entdecken
  • Sie starke Schmerzen beim Stuhlgang haben
  • Sie eine unerklärliche Gewichtsabnahme bemerken
  • Verstopfung und Durchfall abwechselnd auftreten
  • Sie weniger als 3x pro Woche Stuhlgang haben
  • die Verstopfung plötzlich auftritt und von heftigen Bauchschmerzen und -krämpfen begleitet wird
  • verwendete Stuhlweichmacher oder Abführmittel keine Wirkung (mehr) zeigen

Was Sie bei Ihrem Arzt erwartet

Bevor Ihr Arzt mit spezifischeren Untersuchungen beginnt, befragt er Sie ausführlich zu den aktuellen und eventuell auch zurückliegenden Beschwerden, sowie zu bereits bestehenden Erkrankungen. Auch die allgemeinen Ernährungs-, Bewegungs- und Lebensgewohnheiten werden in die Befragung (Anamnese) mit einbezogen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Wie lange leiden Sie schon unter Verstopfung?
  • Wie viele Tage liegen zwischen zwei Stuhlgängen?
  • Ist es schlimmer, wenn Sie gestresst sind
  • Wie ist die Farbe, Form und Konsistenz des Stuhls?
  • Geht der Stuhlgang mit einer Blutung einher?
  • Haben Sie Bauchschmerzen?
  • Welche Operationen oder Verletzungen sind bekannt?
  • Welche Medikamente nehmen Sie?
  • Trinken Sie Kaffee oder Alkohol? Rauchen Sie?
  • Welche anderen Symptome sind vorhanden?

Untersuchungen (Diagnostik)

Folgende Untersuchungen können bei Suche nach der Ursache einer Verstopfung notwendig werden:

  • Blut- und Stuhluntersuchungen
  • Koloskopie (Darmspiegelung)
  • Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen des Bauchs

Therapie (Behandlung)

Die Behandlung durch den Arzt richtet sich nach den Ursachen. Liegt nur eine Darmträgheit ohne fassbare organische Ursachen vor, so kann durch eine gesunde Lebensweise in der Regel ein Erfolg erzielt werden. In seltenen Fällen ist eine dauerhafte Therapie mit Stuhlweichmachern (Macrogol) indiziert. In hartnäckigen Fällen kann auch die Kolonmassage, ambulant 1- 2 wöchentlich ausgeführt, sehr erfolgreich sein.
Bei organischen Erkrankungen (Darmkrebs, große Polypen) muss eine ursächliche Therapie erfolgen. Ihr Arzt wird Sie hierzu beraten. Informationen hierzu finden Sie auch unter dem entsprechenden Krankheitsbild.

Prävention (Vorbeugung)

Zur Vorbeugung von Verstopfung wird empfohlen:

  • Trinken Sie täglich viel Wasser.
  • Essen Sie häufiger kleinere Mahlzeiten.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Mahlzeiten ausgewogen und ballaststoffreich sind.
  • Essen Sie vielseitig, besonders viel Obst und Gemüse.
  • Nehmen Sie sich Zeit für die Mahlzeiten und genießen Sie Ihr Essen.

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